| Bibliographische Daten: |
Klaus Klammann / Gunther Nogge:
Kölner Tierwelten
Köln 2001: Wienand Verlag. 144 Seiten mit 162 farbigen und 10 s/w Abbildungen sowie mehreren Karten, gebunden. ISBN 3-87909-771-2. 19,95 Euro. www.zoo-koeln.de
| Kurzbeschreibung: |
Dieser mit hervorragenden Farbfotografien reiche bebilderte Band dokumentiert das tierische Leben im Kölner Zoo, der 2000 zu Recht als schönster Zoo Deutschlands (Stern) ausgezeichnet wurde. Fachkundige Texte, Informationen über wissenschaftliche Zuchtprogramme bis hin zu Themen wie Naturschutz machen den Band zu einem Lesevergnügen für jeden Tierliebhaber.
Der Kölner Zoo wird vom Publikum geliebt und in der Fachwelt hoch geschätzt. Mehr als 140 Jahre nach seiner Gründung ist er ein Zuhause für Tiere aus aller Welt, das durch zahlreiche neue Tierhäuser und -gehege ihrem natürlichen Lebensraum so weit wie möglich zu entsprechen versucht.
Die eindrucksvollen Fotografien und Tierportraits des vorliegenden Bildbandes stellen eine Vielzahl der Zoobewohner vor, deren Herkunft und Verhalten durch kenntnisreiche Texte erläutert werden. Fundierte Beiträge informieren über die Geschichte und die heutigen Aufgaben des Kölner Zoos. Anhand seiner Tiergehege und Anlagen - vom Elefantenhaus im maurischen Stil bis zum Regenwald Südostasiens mit seiner vielfältigen Flora und Fauna - läßt sich die Entwicklung zoologischer Gärten besonders gut nachvollziehen. Von unverzichtbarer Bedeutung sind der Kölner Zoo und andere Tiergärten aufgrund ihrer Anstrengungen und Erfolge auf dem Gebiet des Natur- und Artenschutzes, gelten sie doch zu Recht als moderne Arche Noah, in der zahlreiche bedrohte Tierarten überleben und aus Zoobeständen sogar erneut in der Natur angesiedelt werden können.
Kölner Tierwelten verlockt dazu, wieder einmal in den Zoo zu gehen - oder nach einem Besuch dort das Gesehene in den farbenprächtigen Tierbildern und informativen Texten wiederzuentdecken.
| Inhaltsverzeichnis: |
| Auszüge: |
1. Der Zoologische Garten Köln
(Auszüge aus dem Vorwort Botschafter ihrer Artgenossen von Prof. Dr. Gunther Nogge, Direktor des Zoologischen Gartens Köln)
Der Kölner Zoo, 1860 gegründet, ist einer der ältesten zoologischen Gärten in Deutschland. Sein heutiges Erscheinungsbild ist das Ergebnis einer 140-jährigen Entwicklung, die durch die Jahrzehnte von den jeweils jüngsten Erkenntnissen der Wissenschaft geprägt wurde.
Mehr als 150 verschiedene Tiertarten aus allen Kontinenten und Weltmeeren bilden derzeit den Bestand des Zoos. [
] gerade in den letzten Jahrzehnten haben sich unsere Kenntnisse über Lebensweisen und -bedürfnisse von Tieren enorm vergrößert. Entsprechend verändert haben sich daher auch die Haltungsbedingungen von Tieren, die sich in menschlicher Obhut befinden. [
] Heute leben sie nicht mehr in schlichten Käfigen oder hinter öden Drahtverhauen, sondern in biotopähnlichen Lebensräumen.
Dennoch kann der Besucher die Geschichte der Tiergärtnerei gerade im Kölner Zoo sehr gut nachvollziehen. Aufschluss hierüber geben erhalten gebliebene Anlagen und Gebäude, wie zum Beispiel das 1863 erbaute Elefantenhaus im maurischen Stil, der Affenfelsen nach der Idee Hagenbecks aus dem Jahr 1914 wie auch das im neuen Jahrtausend eröffnete zeitgemäße Tropenhaus, der Regenwald. [
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Zoologische Gärten haben sich im Laufe ihrer Geschichte aber nicht nur in ihrem optischen Eindruck verändert. Gewandelt haben sich gleichermaßen ihre Aufgabenstellung und ihr Selbstverständnis. [
] Mit dem Tierbestandsmanagment im Rahmen der europäischen Erhaltungszuchtprogramme ist es ihnen zooübergreifend gelungen, sich selbst erhaltende Populationen von Gorillas, Tigern, Nashörnern und vielen anderen Arten, die vom Aussterben bedroht sind, aufzubauen. [
] Sie stellen, wann immer sinnvoll und möglich, Tiere aus ihren Gehegen für die Wiederansiedlung in der Natur zur Verfügung. Der Kölner Zoo zum Beispiel ist an Naturschutzprojekten in Brasilien, Madagaskar, Kamerun und Vietnam beteiligt. [
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Allein der Kölner Zoo wird jährlich von rund einer Million Menschen besucht. Die Tiere, denen sie sich gegenübersehen, sind Botschafter ihrer in der Natur bedrohten Artgenossen und der vielen ebenso bedrohten Tier- und Pflanzenarten ihres geschundenen Lebensraums. [
] Aufgabe des Zoos in unseren Tagen ist es, dieser Botschaft und dem Hilferuf der Tiere Gehör zu verschaffen.
2. Die zoologische Weltordnung
(Klaus Klammann)
Millionen von Arten bevölkern die vielfältige Welt der Tiere, die von den Zoologen in sechs große Regionen unterteilt wird. Die Paläarktische Region umfasst West- und Osteuropa sowie Teile Afrikas und Asiens, die Nearktis die Staaten Nordamerikas bis hinunter nach Mexiko. Über Mittel- und Südamerika erstreckt sich die Neotropische Region, während unter der Äthiopischen nahezu das gesamte Afrika sowie ein Teil Arabiens verstanden werden.
Hinzu kommen die Orientalische sowie die Australische Region. Zur ersten, also Südostasien, zählen etwa Indien, Myanmar, Indonesien, die Philippinen und Malaysia, während zur Australis der den Namen liefernde kleinste Kontinent der Erde, die Sundainseln, Neuguinea und Neuseeland gerechnet werden.
Als siebte Region gilt gelegentlich die Antarktis, die zur Zeit dieser Einteilung noch nicht entdeckt war. Sie geht zurück auf die Erkenntnisse des Vogelkundlers P.L. Sclater, der sich im 19. Jahrhundert ausschließlich in seinem Fachgebiet bewegte und sich bei der Strukturierung an ornitologischen Kriterien orientierte.
Verfestigt wurde die zoologische Weltordnung durch den Wissenschaftler Alfred Wallace. Er fand heraus, dass sich alle Tierarten problemlos in das erdumspannende Raster eingliedern lassen, - nicht ahnend, dass die Forscher in den folgenden Jahrzehnten Millionen von ihnen neu entdecken würden.
Diese tiergeografische Aufteilung unserer Erde, an deren Gültigkeit sich bis ins 21. Jahrhundert nichts geändert hat, ist Grundlage dieses Buches. Zum einen will der Band einen Einblick in die Lebensräume der vielfältigen Fauna vermitteln, zum anderen aber auch am Beispiel des Kölner Zoos das gewandelte Selbstverständnis der zoologischen Gärten transparent machen, die durch internationale Zusammenarbeit versuchen, das Überleben bedrohter Arten und den Erhalt ihrer Lebensräume zu gewährleisten.
| Autoren: |
Gunther Nogge: Studium der Biologie an der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn; seit 1981 Direktor des Zoologischen Gartens Köln; Mitglied u.a. im Beirat des WWF-Deutschland.
Klaus Klammann: Seit 35 Jahren journalistisch tätig, Redakteur des WDR, Wuppertal und NRZ Köln, Lokalchef und Chef vom Dienst des Express. Seit 1997 freiberuflicher Journalist und Autor des Verlag M. DuMont Schauberg.
Rolf Schlosser: Fotografiert wurden die Kölner Tierwelten von Rolf Schlosser, der seit vielen Jahren regelmäßig mit seiner Hasselblad im Kölner Zoo unterwegs ist. Seit 1963 Zusammenarbeit mit dem Zoo für Film- und Werbeaufnahmen; seit 1987 bei Bayer Leverkusen, vorher 25 Jahre für Agfa tätig.
| Pressestimmen: |
Der Blick des Fotografen Rolf Schlosser, der seit 25 Jahren Fotos für den Zoo macht, verschweigt nicht, dass es sich um einen Zoo-, nicht um einen Safari-Bildband handelt. Doch mit viel Geduld und Erfahrung hat der Kölner die Tiere in so lebendigen Situationen auf Film gebannt, dass das Schmökern auf den weit über einhundert Foto-Seiten zum Abenteuer-Kurztrip wird. Kölnische Rundschau
Die possierlichen, gefährlichen oder gefährdeten Tiere stellt ein Buch im Wienand-Verlag in Wort und Bild vor: ästhetisch ansprechend und prägnant fotografiert, abwechslungsreich bebildert, auch weniger schöne Exemplare elegant in Szene gesetzt, begleitet von wissenschaftlich fundierten und doch lesbaren Erläuterungen über Art und Vorkommen, Vorlieben und Lebensräume. Kölner Stadt-Anzeiger (Beilage Ticket)
Der Wissenschaftler Nogge und der Journalist Klammann sind ein gutes Gespann. Die Texte sind kurz, fundiert - aber nie langweilig. AZ